Warum Planung den Unterschied macht
Die meisten KNX-Projekte scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern an fehlender Planung. An Bauherren, die im Rohbau plötzlich merken, dass keine Busleitungen liegen. An Elektrikern, die KNX-Geräte verbauen, ohne die Funktionsliste zu kennen. An Schaltschränken, die zu klein dimensioniert wurden, weil niemand vorher nachgerechnet hat.
Dabei ist die Planung eines KNX-Systems kein Hexenwerk — sie folgt einem klaren Ablauf, den jeder Bauherr verstehen kann. Und sie beginnt deutlich früher, als die meisten denken: nicht beim Elektriker, sondern beim ersten Gespräch mit dem Architekten.
Dieser Artikel beschreibt den kompletten Planungsprozess in acht Schritten — von der Bedarfsanalyse über die Funktionsliste bis zur Abnahme. Mit konkreten Beispielen, typischen Fallstricken und einer realistischen Einschätzung, was jeder Schritt an Zeit und Aufwand bedeutet.
Schritt 1: Bedarfsanalyse — Was wollen Sie wirklich?
Bevor eine einzige Leitung geplant wird, steht die wichtigste Frage: Wie wollen Sie in diesem Haus leben? Nicht: „Welche Aktoren brauche ich?" — das kommt später. Sondern: Was soll das Haus für Sie tun?
Eine gute Bedarfsanalyse geht Raum für Raum durch und fragt nach konkreten Szenarien:
- Wohnzimmer: Soll das Licht beim Filmabend automatisch dimmen? Soll die Jalousie bei Sonneneinstrahlung herunterfahren?
- Küche: Brauchen Sie Arbeitslicht über der Theke, das unabhängig vom Esstischlicht geschaltet wird?
- Schlafzimmer: Wollen Sie eine „Gute-Nacht"-Taste, die alles ausschaltet und die Rollläden fährt?
- Außenbereich: Soll die Gartenbeleuchtung über Bewegungsmelder oder Zeitschaltung laufen?
- Heizung: Einzelraumregelung ja/nein? Absenkung bei Abwesenheit?
Die Erfahrung zeigt: 80 % der späteren Frustration entsteht, weil in dieser Phase nicht gründlich genug gefragt wurde. Der Satz „Das machen wir dann nachher per Software" stimmt bei KNX zwar grundsätzlich — aber nur, wenn die Hardware-Infrastruktur (Leitungen, Aktoren, Tasteranschlüsse) bereits vorhanden ist.
Werkzeug: Das Erstgespräch
Ein erfahrener KNX Systemintegrator führt dieses Gespräch systematisch. In München und Umgebung bietet Sven Felber ein kostenloses Erstgespräch an, in dem genau diese Fragen geklärt werden — bevor Kosten entstehen. Das Ergebnis ist eine priorisierte Wunschliste, die als Grundlage für die Funktionsliste dient.
| Thema | Typische Fragen | Ergebnis |
|---|---|---|
| Beleuchtung | Welche Räume dimmen? Lichtszenen? Präsenzmelder? | Anzahl Schaltkreise, Dimmer, Sensoren |
| Beschattung | Jalousie, Rollo, Markise? Automatik oder manuell? | Anzahl Antriebe, Wind-/Sonnensensoren |
| Heizung/Klima | Fußbodenheizung? Einzelraumregelung? Klimaanlage? | Anzahl Stellantriebe, Raumthermostate |
| Sicherheit | Präsenzmelder, Fensterkontakte, Panikbeleuchtung? | Sicherheitskonzept, Melder-Positionen |
| Multimedia | Multiroom-Audio? Netzwerk-Vorbereitung? | KNX-Anbindung oder separates System |
| Außenbereich | Gartenlicht, Bewässerung, Tor, Kamera? | Aktorenanzahl, Wetterschutz |
Schritt 2: Funktionsliste erstellen
Die Funktionsliste ist das zentrale Planungsdokument eines jeden KNX-Projekts. Sie übersetzt die Wünsche aus der Bedarfsanalyse in eine strukturierte Tabelle: Welche Funktion soll in welchem Raum mit welcher Bedienung ausgelöst werden?
Eine professionelle Funktionsliste enthält für jeden Raum:
- Alle Schaltkreise (Licht, Steckdosen, Jalousie)
- Die Bedienart (Taster, Touchpanel, Automatik, App)
- Verknüpfungen zwischen Räumen (z.B. „Alles aus" im Flur schaltet alle Lichter)
- Prioritäten (Muss, Soll, Kann)
Einen vollständigen Leitfaden zur Erstellung finden Sie im Artikel KNX Funktionsliste erstellen.
Typische Größenordnungen
| Projekttyp | Funktionen | KNX-Geräte (ca.) | Busleitungslänge |
|---|---|---|---|
| Einfamilienhaus Basis | 50–80 | 20–35 | 200–400 m |
| Einfamilienhaus Komfort | 80–150 | 35–60 | 400–800 m |
| Einfamilienhaus Premium | 150–300 | 60–120 | 800–1.500 m |
| Villa / gehobenes Wohnen | 300–600 | 120–250 | 1.500–3.000 m |
Die Funktionsliste bestimmt maßgeblich die KNX-Kosten — je genauer sie ist, desto weniger Überraschungen beim Angebot.
Schritt 3: Raumplanung und Grundriss-Abstimmung
Mit der fertigen Funktionsliste geht es zurück zum Grundriss. Jetzt werden konkrete Positionen festgelegt:
- Taster und Bedienstellen: Wo steht man, wenn man den Raum betritt? Wo sitzt man auf dem Sofa? Wo ist der logische Platz für den Schalter?
- Sensoren: Wo muss der Präsenzmelder hin, damit er den ganzen Raum abdeckt? Wo ist Deckenmontage möglich, wo nur Wandmontage?
- Aktoren: Wo im Schaltschrank sitzen die Aktoren? Reicht ein Schrank oder braucht es Unterverteilungen pro Etage?
- Verkabelung: Wie kommt das KNX-Buskabel vom Schaltschrank zum Taster? Sternförmig oder als Linie?
Die KNX Topologie bestimmt, wie die Busleitungen geführt werden. In einem Einfamilienhaus reicht oft eine einzelne Linie. Größere Projekte brauchen Bereiche und Koppler — das hat direkte Auswirkungen auf die Verkabelung und den Schaltschrankaufbau.
Häufiger Fehler: Zu wenig Leerrohre
Leerrohre kosten im Rohbau fast nichts — aber sie nachträglich in eine verputzte Wand zu fräsen, kostet Hunderte Euro pro Stück plus Malerarbeiten. Die Faustregel lautet: Im Zweifelsfall ein Leerrohr mehr einziehen als nötig. Besonders wichtig:
- Vom Schaltschrank zu jedem Tasterstandort
- Zwischen den Etagen (Steigschacht großzügig dimensionieren)
- Zur Heizungsverteilung (für Stellantriebe)
- Zum Dachboden (für Wetterstation, Antenne, spätere Erweiterungen)
- In den Außenbereich (Gartenlicht, Bewässerung, Tor)
Schritt 4: Elektroplanung koordinieren
KNX-Planung und Elektroplanung sind nicht dasselbe — aber sie müssen zusammenpassen. Der Elektroplaner kümmert sich um Stromversorgung, Absicherung, Verteilung. Der KNX-Planer kümmert sich um Busleitungen, Logik und Komfortfunktionen.
Das Problem in der Praxis: Beide arbeiten oft unabhängig voneinander. Der Elektriker plant nach DIN 18015, der KNX-Integrator nach Funktionsliste. Wenn die Pläne nicht abgeglichen werden, entstehen Konflikte:
- Der Schaltschrank ist zu klein für die KNX-Geräte
- Die 230V-Leitungen liegen parallel zum Buskabel (Störungen)
- Der Elektriker hat konventionelle Schalter eingeplant, wo KNX-Taster hinsollen
Die Lösung: Beide Planungen zusammenführen, bevor der Elektriker bestellt. Im Idealfall übernimmt der KNX Systemintegrator die Koordination — er versteht beide Welten und kann Konflikte erkennen, bevor sie auf der Baustelle teuer werden.
Schritt 5: Angebote einholen und vergleichen
Mit der fertigen Funktionsliste und dem abgestimmten Grundriss können Sie Angebote einholen. Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Artikel KNX Ausschreibung und Angebote im Detail.
Die wichtigsten Punkte in Kürze:
- Gleiches Leistungsverzeichnis an alle Anbieter — sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen
- Komponentenliste einfordern — welche Hersteller, welche Geräte?
- Programmierungsaufwand separat ausweisen — das ist oft der größte Posten
- Wartungsangebot gleich mitanfragen — regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer deutlich
Ein realistisches Budget hilft, die eingehenden Angebote einzuordnen. Wenn ein Angebot deutlich unter den anderen liegt, fehlt meist etwas — Programmierung, Inbetriebnahme oder Dokumentation.
Schritt 6: Komponentenauswahl
Sobald der Anbieter feststeht, werden die konkreten Komponenten festgelegt. Die Funktionsliste definiert, was gebraucht wird — die Komponentenauswahl definiert, welches Produkt es konkret wird.
Hersteller-Übersicht
| Bereich | Gängige Hersteller | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Taster / Bedienstellen | Gira, Jung, Berker, MDT, Basalte | Design-Unterschiede, Haptik, Preis |
| Schaltaktoren | ABB, MDT, Theben, Hager | Kanäle pro RE (Hutschiene), C-Load-Fähigkeit |
| Dimmaktoren | ABB, MDT, Theben, Weinzierl | LED-Kompatibilität prüfen (Mindestlast) |
| Jalousieaktoren | ABB, MDT, Theben | AC oder DC-Antriebe, Lamellenverstellung |
| Spannungsversorgung | MDT, ABB, Siemens | 640 mA reicht für 1 Linie, 1.280 mA für große Installationen |
| IP-Gateway | Weinzierl, ABB, MDT | KNXnet/IP Tunneling für ETS und Visualisierung |
| Visualisierung | Gira HomeServer, MDT Glastaster II Smart, Basalte | Von Wandpanel bis App-Steuerung |
Die Komponentenauswahl beeinflusst drei Dinge: Preis, Optik und Zukunftssicherheit. Teure Taster (Gira, Basalte) sehen am Schalterplatz besser aus, aber die Technik dahinter ist identisch — KNX ist ein offener Standard. Die Aktoren und Sensoren verschiedener Hersteller lassen sich beliebig kombinieren.
Tipp: Design-Linie früh festlegen
Taster sind das einzige KNX-Element, das der Bewohner täglich sieht und anfasst. Die Design-Entscheidung (Gira System 55, Jung LS 990, Berker S.1, MDT Glastaster) sollte früh fallen — denn sie beeinflusst die Einbaudosen, Rahmen und Beschriftungen. Ein späterer Wechsel bedeutet: neue Dosen, neues Zubehör, neue Kosten.
Schritt 7: Installation begleiten
Während der Rohbauphase werden die Busleitungen und Leerrohre verlegt. In der Ausbauphase folgen Taster, Sensoren und der Schaltschrankaufbau. Beide Phasen brauchen Koordination mit dem Elektriker und den anderen Gewerken.
Checkliste Rohbauphase
- ✓ Busleitungen (J-Y(St)Y 2×2×0,8 mm²) liegen in allen vorgesehenen Trassen
- ✓ Leerrohre zu allen Tasterstandorten, Sensoren, Außenbereich
- ✓ Steigschacht zwischen den Etagen ist dimensioniert
- ✓ Schaltschrankgehäuse bestellt (richtige Größe!)
- ✓ Position der Wetterstation auf dem Dach / Mast vorbereitet
- ✓ Busleitungen sind beschriftet und dokumentiert
Checkliste Ausbauphase
- ✓ Aktoren und Spannungsversorgung im Schaltschrank montiert
- ✓ Alle Taster und Sensoren installiert und verdrahtet
- ✓ Busleitung an allen Geräten aufgelegt und mit Bus-Anschlussklemme verbunden
- ✓ Busspannung an allen Teilnehmern messbar (ca. 29 V DC)
- ✓ Keine Kurzschlüsse auf der Busleitung
Ein erfahrener KNX Systemintegrator begleitet die Installation, auch wenn er die Elektroarbeiten nicht selbst ausführt. Er prüft, ob die Leitungen richtig liegen, die Geräte korrekt verdrahtet sind und der Schaltschrank dem Plan entspricht. Das kostet einen halben Tag auf der Baustelle — und spart Wochen Fehlersuche bei der Inbetriebnahme.
Schritt 8: Inbetriebnahme und Abnahme
Die Inbetriebnahme ist der Moment, in dem das System zum Leben erwacht. Der KNX Systemintegrator programmiert die Geräte mit der ETS-Software, weist Gruppenadressen zu, konfiguriert Szenen, Zeitschaltuhren und Logikfunktionen.
Ablauf der Inbetriebnahme
- ETS-Projekt erstellen — Gebäudestruktur, Geräte importieren, physikalische Adressen vergeben
- Gruppenadressen zuweisen — Taster mit Aktoren verknüpfen (z.B. „Taster Eingang" → „Licht Flur EG")
- Parameter einstellen — Dimmgeschwindigkeit, Jalousie-Laufzeiten, Heizungs-Solltemperaturen
- Szenen programmieren — „Filmabend", „Abendessen", „Gute Nacht", „Alles aus"
- Zeitprogramme einrichten — Rollläden bei Sonnenauf-/-untergang, Außenlicht abends
- Einzeltests — jeden Taster drücken, jede Funktion prüfen, Sensoren testen
- Gesamttest — Szenarien durchspielen, Zusammenspiel aller Gewerke prüfen
Abnahmeprotokoll
Die Abnahme dokumentiert, dass alle Funktionen wie geplant arbeiten. Ein professionelles Abnahmeprotokoll enthält:
- Funktionsliste mit Status (funktioniert / Nacharbeit / nicht beauftragt)
- Messwerte (Busspannung, Teilnehmeranzahl pro Linie)
- ETS-Projekt auf USB-Stick für den Bauherrn
- Schaltschrankfotos
- Einweisung des Bewohners
Wichtig: Das ETS-Projekt gehört dem Bauherrn. Lassen Sie es sich aushändigen — es ist die Lebensversicherung Ihres KNX-Systems. Ohne ETS-Projekt kann kein anderer Integrator Änderungen vornehmen.
Zeitplan: Wie lange dauert die KNX-Planung?
| Phase | Dauer (EFH) | Dauer (Villa/Gewerbe) | Wer |
|---|---|---|---|
| Bedarfsanalyse + Erstgespräch | 1–2 Wochen | 2–4 Wochen | Bauherr + Integrator |
| Funktionsliste | 1–2 Wochen | 3–6 Wochen | Integrator + Bauherr |
| Raumplanung + Grundriss | 1 Woche | 2–4 Wochen | Integrator + Architekt |
| Elektroplanung abstimmen | 1 Woche | 2–3 Wochen | Integrator + Elektriker |
| Ausschreibung + Angebote | 2–3 Wochen | 4–8 Wochen | Bauherr + Integrator |
| Komponentenbestellung | 2–6 Wochen (Lieferzeit) | 4–12 Wochen | Integrator / Elektriker |
| Installation (Rohbau) | 2–3 Tage | 1–3 Wochen | Elektriker + Integrator |
| Installation (Ausbau) | 3–5 Tage | 2–6 Wochen | Elektriker |
| Inbetriebnahme | 2–5 Tage | 2–6 Wochen | Integrator |
| Abnahme | 1 Tag | 1–3 Tage | Integrator + Bauherr |
Gesamtdauer realistisch: Für ein Einfamilienhaus mit Komfortausstattung rechnen Sie mit 3–4 Monaten von der Bedarfsanalyse bis zur Abnahme. Die reine Planungsphase (Schritt 1–5) dauert 6–10 Wochen — und sie beginnt idealerweise parallel zur Architektenplanung.
Die 7 häufigsten Planungsfehler
- Zu spät angefangen — KNX-Planung erst in der Ausbauphase statt parallel zum Architekten. Folge: Keine Leerrohre, Kompromisse bei Tasterpositionen.
- Keine Funktionsliste — „Machen Sie mal KNX" statt konkreter Anforderungen. Folge: Integrator plant nach Erfahrung statt nach Bedarf, nachträgliche Änderungswünsche kosten extra.
- Schaltschrank zu klein — Wer 20 Aktoren plant, braucht nicht 1 Reihe sondern 4 Reihen. Faustregel: 50 % Reserve einplanen.
- Keine Abstimmung mit Elektriker — KNX-Plan und Elektroplan passen nicht zusammen. Folge: Doppelte Arbeit, Konflikte auf der Baustelle.
- Kein Budget für Programmierung — Hardware bestellt, aber kein Geld für die Inbetriebnahme eingeplant. Die Programmierung macht 20–30 % der Gesamtkosten aus.
- ETS-Projekt nicht gesichert — Der Integrator hat das Projekt, der Bauherr nicht. Bei Anbieterwechsel muss alles rekonstruiert werden.
- Keine Erweiterungsreserve — Alles genau auf Kante geplant. Zwei Jahre später soll eine Wallbox dazu — aber die Linie ist voll und kein Leerrohr in die Garage.
Wer plant KNX? Rollen und Zuständigkeiten
| Rolle | Aufgabe in der KNX-Planung | Typischer Zeitaufwand (EFH) |
|---|---|---|
| Bauherr | Bedarfsanalyse, Prioritäten, Budget-Freigabe, Abnahme | 3–5 Termine à 1–2 h |
| KNX Systemintegrator | Funktionsliste, Komponentenauswahl, Programmierung, Inbetriebnahme | 40–120 h (je nach Umfang) |
| Architekt | Grundriss, Leerrohre im Bauplan, Schaltschrankposition | 2–3 h Abstimmung |
| Elektriker | Stromversorgung, Kabelverlegung, Taster-/Sensorenmontage | 3–10 Tage (Installation) |
| Innenarchitekt (optional) | Taster-Design, Schalterposition, Lichtkonzept | 1–2 Termine |
Der KNX Systemintegrator ist die zentrale Figur: Er koordiniert die anderen Gewerke, erstellt die Funktionsliste und verantwortet die Programmierung. Die Qualität der Planung steht und fällt mit seiner Erfahrung.
Checkliste: Bin ich bereit für die KNX-Planung?
- ☐ Grundriss liegt vor (mindestens Vorentwurf)
- ☐ Budget-Rahmen ist definiert (grob: 3–8 % der Bausumme für KNX)
- ☐ Wünsche gesammelt (Licht, Jalousie, Heizung, Sicherheit, Multimedia)
- ☐ Zeitplan steht (wann Rohbau, wann Ausbau?)
- ☐ Architekt ist informiert, dass KNX geplant wird
- ☐ Elektriker ist noch nicht beauftragt (oder bereit, KNX in seine Planung aufzunehmen)
Wenn vier von sechs Punkten erledigt sind, ist der richtige Zeitpunkt für das Erstgespräch mit einem KNX Systemintegrator.
Häufige Fragen zur KNX-Planung
Kann ich KNX auch ohne Systemintegrator planen?
Theoretisch ja — KNX ist ein offener Standard, und die ETS-Software kann jeder kaufen. Praktisch scheitern Eigenplanungen fast immer an der Komplexität: Gruppenadressen, Parameterierung, Linienkoppler, Spannungsberechnung. Die 2.000–5.000 € für einen Integrator sparen Sie mehrfach ein, weil er typische Fehler vermeidet, die in der Nachbesserung deutlich teurer werden.
Wie detailliert muss die Funktionsliste sein?
So detailliert wie möglich. Jede Funktion, die in der Liste fehlt, fehlt auch im Angebot — und wird später zum Nachtrag. Eine gute Funktionsliste hat 50–300 Zeilen, je nach Projektgröße. Details dazu im Artikel KNX Funktionsliste erstellen.
Was kostet die reine KNX-Planung?
Die Planung (Bedarfsanalyse, Funktionsliste, Komponentenauswahl, Grundriss-Abstimmung) liegt bei einem Einfamilienhaus typischerweise bei 1.500–3.000 €. Viele Integratoren verrechnen die Planungskosten mit dem Gesamtprojekt, wenn sie auch die Programmierung übernehmen. Details zu allen Kostenblöcken finden Sie unter KNX Budget richtig kalkulieren und KNX Kosten.
Wann ist es zu spät für KNX?
Technisch gesehen: nie. KNX lässt sich auch nachrüsten — per Aufputz-Montage oder KNX RF (Funk). Aber der optimale Zeitpunkt ist der Rohbau: Unterputz-Verlegung ist billiger, sauberer und bietet mehr Möglichkeiten. Wenn die Wände geschlossen sind, wird es teurer und die Optionen werden eingeschränkt.
Kann ich die Planung in Phasen aufteilen?
Ja — und das ist oft sinnvoll. Phase 1: Infrastruktur komplett (Leerrohre, Busleitungen, Schaltschrank). Phase 2: Basisfunktionen (Licht, Jalousie). Phase 3: Komfortfunktionen (Szenen, Zeitprogramme, Visualisierung). Wichtig ist nur, dass Phase 1 im Rohbau passiert — alles andere kann später ergänzt werden.
Fazit
KNX-Planung ist ein Prozess, kein Moment. Er beginnt nicht beim Elektriker und endet nicht bei der Tasterauswahl. Die acht Schritte — von der Bedarfsanalyse über die Funktionsliste, Raumplanung, Elektrokoordination, Ausschreibung, Komponentenauswahl, Installationsbegleitung bis zur Abnahme — bilden einen roten Faden, der Ihr Projekt vom ersten Gedanken bis zum letzten Tastendruck begleitet. Die wichtigste Erkenntnis: Je früher Sie anfangen, desto besser und günstiger wird das Ergebnis.
Sie planen ein KNX-Projekt und möchten von Anfang an alles richtig machen? Sven Felber begleitet Ihr Projekt von der ersten Idee bis zur Abnahme — persönlich, in München und ganz Bayern.