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KNX Wetterstation

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Aktualisiert: 14.5.2026wetterstation wind regen sonne temperatur sensor außenbereich
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Warum jedes KNX-System eine Wetterstation braucht

Eine KNX-Wetterstation ist kein nettes Gimmick — sie ist die zentrale Datenquelle für zahlreiche Automatisierungsfunktionen. Ohne sie fehlen dem System die Augen für das, was draußen passiert: Wie stark scheint die Sonne? Woher kommt der Wind? Regnet es?

Ohne diese Informationen kann die Beschattungsautomatik nicht funktionieren, der Windschutz für Markisen versagt, und die Bewässerungssteuerung gießt bei Regen. Die Wetterstation ist das Fundament jeder Außenautomation.

In diesem Artikel erkläre ich, welche Messwerte eine KNX-Wetterstation liefert, worauf Sie bei der Auswahl achten müssen und wie die Daten im KNX-System verarbeitet werden.

Welche Messwerte liefert eine KNX-Wetterstation?

Moderne KNX-Wetterstationen sind Kombisensoren, die mehrere Messgrößen in einem Gerät vereinen:

MessgrößeSensorKNX-DatenpunkttypTypischer BereichVerwendung
WindgeschwindigkeitUltraschall oder SchalenkreuzDPT 9.005 (m/s)0–40 m/sWindschutz Markisen/Raffstores
WindrichtungUltraschall oder WindfahneDPT 5.003 (°)0–360°Fassadenbezogener Windschutz
NiederschlagKapazitiver RegensensorDPT 1.001 (ja/nein)Regen/kein RegenMarkisen einfahren, Dachfenster schließen
HelligkeitPhotodiode (3× Fassade + 1× Dämmerung)DPT 9.004 (Lux)0–150.000 LuxSonnenschutzautomatik
TemperaturNTC oder Pt1000DPT 9.001 (°C)−40 bis +80°CHeizung, Frostschutz, Bewässerung
DämmerungSeparate PhotodiodeDPT 9.004 (Lux)0–999 LuxAußenbeleuchtung, Rollladenautomatik
SonnenstandBerechnet (GPS + Uhrzeit)DPT 9.x (Azimut/Elevation)0–360° / 0–90°Fassadenzuordnung Beschattung

Die drei Helligkeitssensoren sind besonders wichtig: Sie messen die Sonneneinstrahlung für Ost, Süd und West getrennt. Damit kann die Beschattungslogik fassadenindividuell reagieren — die Ostseite wird nur verschattet, wenn die Sonne tatsächlich aus Osten kommt.

KNX-Wetterstationen im Vergleich

Die vier wichtigsten Hersteller für KNX-Wetterstationen:

Hersteller / ModellWindRegenHelligkeitTemperaturGPS/AstroPreis (ca.)
Theben METEODATA 140 KNXUltraschall + RichtungJa3× Fassade + DämmerungJaGPS + Astro~750 €
ABB Busch-Wetterstation PremiumUltraschall + RichtungJa3× FassadeJaAstro (manuell)~680 €
MDT Wetterstation SCN-WS3HW.02UltraschallJa3× Fassade + DämmerungJaGPS~550 €
JUNG KNX WetterstationSchalenkreuzJa3× FassadeJaAstro~620 €

Meine Empfehlung für Privathäuser: Theben METEODATA 140 oder MDT SCN-WS3HW — beide liefern Ultraschall-Windmessung (wartungsfrei, keine beweglichen Teile), integriertes GPS für exakte Sonnenstandsberechnung und alle Helligkeitswerte, die eine professionelle Beschattungsautomatik braucht.

Montage: Wo gehört die Wetterstation hin?

Die Montageposition entscheidet über die Messqualität. Falsch montiert, liefert selbst die beste Wetterstation unbrauchbare Daten:

Goldene Regeln der Montage

  • Höchster Punkt des Gebäudes — Dachfirst, Giebel oder Mast auf dem Flachdach. Mindestens 1 m über der Dachhaut
  • Freie Anströmung — keine Mauern, Schornsteine oder Bäume, die den Wind abschirmen oder umlenken
  • Helligkeitssensoren nach Süden ausrichten — die meisten Wetterstationen haben eine Markierung für die Südausrichtung
  • Regensensor waagerecht — auch bei leichtem Regen müssen Tropfen den Sensor erreichen
  • KNX-Busleitung führen — J-Y(St)Y 2×2×0,8 mm², Leerrohr bis zum Montageort vorsehen

Bei Flachdächern empfehle ich einen Ausleger-Mast (1,5–2 m), der die Station über die Dachbrüstung hebt. Bei Satteldächern ist die Giebelspitze ideal — mit einem speziellen Firsthalter.

Integration ins KNX-System

Die Wetterstation sendet ihre Messwerte zyklisch auf den KNX-Bus — typisch alle 60 Sekunden oder bei signifikanten Änderungen. Die Daten stehen dann allen KNX-Teilnehmern zur Verfügung:

Typische Verknüpfungen im Gebäude

MesswertVerknüpfungAktion
Wind > 35 km/hBeschattungsaktor PrioritätMarkisen einfahren
Wind > 50 km/hBeschattungsaktor PrioritätAlle Raffstores AUF
Regen = jaDachfensteraktorFenster schließen
Regen = jaMarkisenaktorMarkisen einfahren
Helligkeit Süd > 40 kLuxJalousieaktor SüdSonnenschutz aktivieren
Dämmerung < 50 LuxAußenbeleuchtungWegelicht EIN
Temperatur < 3°CBewässerungssteuerungFrostschutz: Ventile schließen
Temperatur < 0°C + RegenHeizschleifen EinfahrtFrostschutzheizung aktivieren

Die Windsicherung muss als Hardware-Priorität im Jalousieaktor konfiguriert sein — nicht nur in der Software-Logik. So bleibt der Schutz aktiv, selbst wenn der Logikserver ausfällt.

Schutzfunktionen: Mehr als nur Beschattung

Die Wetterstation ermöglicht Schutzfunktionen, die ohne automatische Wetterdaten nicht möglich wären:

Frostschutz

Bei Temperaturen unter 3°C können Raffstores und Rollläden in eine Frostschutzposition fahren — leicht geöffnet, damit kein Eis die Führungsschienen blockiert. Die Bewässerung wird automatisch deaktiviert und Ventile geschlossen.

Sturmschutz

Mehrstufige Windalarme schützen empfindliche Behänge. Markisen fahren als erstes ein (ab ~35 km/h), Raffstores folgen bei stärkerem Wind (ab ~50 km/h). Rollläden können bei Orkanstufe heruntergefahren werden, um Glasflächen zu schützen.

Regenschutz

Der Regensensor schließt automatisch Dachfenster und fährt Markisen ein. Wichtig: Kapazitive Regensensoren erkennen bereits die ersten Tropfen — bevor es richtig nass wird. Nach Regenende meldet der Sensor erst nach einer konfigurierbaren Trocknungszeit (10–30 Min.) „kein Regen".

Gruppenadressen-Konzept für die Wetterstation

Eine saubere Gruppenadress-Struktur für die Wetterstation erleichtert die Programmierung und spätere Wartung:

GruppenadresseNameDPTBeschreibung
4/0/0Wetter Windgeschwindigkeit9.005m/s, zyklisch alle 60s
4/0/1Wetter Windrichtung5.0030–360°
4/0/2Wetter Regen1.0010 = trocken, 1 = Regen
4/0/3Wetter Temperatur9.001°C
4/0/4Wetter Helligkeit Ost9.004Lux
4/0/5Wetter Helligkeit Süd9.004Lux
4/0/6Wetter Helligkeit West9.004Lux
4/0/7Wetter Dämmerung9.004Lux (0–999)
4/0/10Wetter Sonnenazimut9.x°
4/0/11Wetter Sonnenelevation9.x°
4/1/0Wetter Windalarm Stufe 11.001Markisen
4/1/1Wetter Windalarm Stufe 21.001Alle Behänge
4/1/2Wetter Frostalarm1.001< 3°C

Wartung der Wetterstation

Eine KNX-Wetterstation ist weitgehend wartungsfrei — mit einer Ausnahme: dem Regensensor. Dieser kann im Laufe der Jahre durch Kalkablagerungen oder Vogelkot verschmutzen und falsche Messwerte liefern.

  • Jährlich: Regensensor reinigen, Helligkeitssensoren auf Verschmutzung prüfen
  • Alle 3–5 Jahre: Kalibierung prüfen (Temperatur und Helligkeit mit Referenz vergleichen)
  • Bei Bedarf: Heizung des Regensensors prüfen (verhindert Eisbildung im Winter)

Ultraschall-Windmesser haben keine beweglichen Teile und sind praktisch wartungsfrei — ein großer Vorteil gegenüber mechanischen Schalenkreuz-Anemometern, deren Kugellager nach 5–10 Jahren schwergängig werden.

Häufige Fragen zur KNX-Wetterstation

Brauche ich eine Wetterstation, wenn ich nur Rollläden habe?

Ja — zumindest einen Windmesser und Regensensor. Auch Rollläden müssen bei Sturm geschützt werden, und ein Regensensor schließt automatisch Dachfenster. Ohne Helligkeitssensoren fahren Sie allerdings nur nach Zeitprogramm — keine Sonnenschutzautomatik.

Kann ich eine vorhandene Wetterstation (z. B. Davis, Netatmo) ins KNX-System einbinden?

Nicht direkt. Consumer-Wetterstationen kommunizieren über WLAN oder proprietäre Funkprotokolle. Eine Einbindung ist nur über Umwege möglich (z. B. über einen Logikserver wie Gira X1 oder HomeServer). Für professionelle Gebäudeautomation empfehle ich immer eine native KNX-Wetterstation.

Reicht ein einzelner Helligkeitssensor?

Nur wenn alle Beschattungsbehänge in die gleiche Richtung zeigen. Für ein typisches Haus mit mehreren Fassaden brauchen Sie mindestens drei Helligkeitssensoren (Ost, Süd, West) — die sind in allen empfehlenswerten KNX-Wetterstationen bereits integriert.

Was passiert bei Stromausfall?

Die Wetterstation benötigt KNX-Busspannung (29V DC). Bei Ausfall der Busspannung senden die Jalousieaktoren die konfigurierten Sicherheitsfahrbefehle — typisch: Raffstores AUF (Windschutz). Nach Wiederkehr der Spannung nimmt die Wetterstation den Messbetrieb sofort wieder auf.

Sven Felber — Ihr KNX Systemintegrator in München
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